Manche Unternehmen ...

Veröffentlicht auf von DF5JT

... machen einfach nur Spaß.

Gestern hatte ich einen Termin bei einem meiner Kunden, der derzeit massiven Bedarf an Linux-Leuten hat. Üblicherweise bekommt man bei solchen Terminen nur den Personalchef zu sehen, der einem wohlformulierte Stellenausschreibungen (siehe Link) überreicht, einem noch was erzählt, wie die Betriebsrentenregelung und der Urlaubsanspruch aussieht und vielleicht noch eine klare Ansage darüber macht, was ein potentieller Kandidate verdienen kann.

Gestern aber war's einfach nur spaßig: Zwei Abteilungsleiter, die mir erklärt haben, an welchen Projekten derzeit gearbeitet wird (IPTV, VoIP, Clustering und noch ein paar andere, sehr lustige Sachen), wie man einen Kollegen langfristig aufbaut und dessen Kenntnisse erweitert, welche Perspektiven jemand im Unternehmen hat. Denen war der Lebenslauf eines Kandidaten recht egal, Hauptsache, er hat was drauf, ist mit Leidenschaft bei der Sache, kann sich mit Begeisterung auf neues einschießen und sieht Linux als das genialste Ding seit der Erfindung des geschnittenen Brotes.

Arbeitsplatz: "Hey, uns ist egal, wie die sich ihren Rechner einrichten. Die bekommen einen High-End-Rechner, zwei Monitore und sollen sich ihr Betriebssystem und ihre Applikationen so einrichten, wie sie es für richtig halten. Wenn sie das nicht können oder wollen, dann sind sie sowieso am falschen Platz gelandet. VLAN mit restriktiven Zugriffsrechten für interne Services, aber ansonsten völlige Freiheit."

Experten: "Wir ziehen uns unsere Consultants selbst heran, weil wir keine Lust haben, einen externen einzukaufen, der erst mal zwei Monate braucht, um unsere Strukturen kennenzulernen, bevor er sich an die Arbeit macht. Wenn wir merken, daß jemand in einem Fachgebiet einfach abgrundtief viel drauf hat, dann fördern wir das. Kurse, Zertifizierungen, eigene Projekte, Hardware. Egal, hauptsache, der ist richtig gut und wandert nicht so schnell ab."

Kommunikation: "Bei uns kann es passieren, daß der Vorstand mit einem Azubi am Kaffeeautomaten eine halbe Stunde festhängt und sich über Rollenspiele unterhält."

Hmm, ja, könnte mir vorstellen, daß es Spaß macht, dort zu arbeiten. Keine Kleiderordnung und Teamleiter, die wissen, daß manche Linuxleute leicht wunderlich sein können. Und dann auch noch eine Spielwiese von 40.000 Servern.

Ja, ich glaube, auf dem Linux-Tag werde ich den einen oder anderen dafür begeistern können, dort zu arbeiten.

Veröffentlicht in Open Source Jobs

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arnd 05/23/2008 17:49

Gratuliere zum eigenen Blog.

Wenn der Job in Berlin ist und nicht wieder in Karlsruhe oder noch schlimmer Muenchen, kein Problem ;-)

Auf dem Linuxtag werde ich auch sein -> c u there