DX-Finale

Das letzte Geheimnis des erfolgreichen DXers heiß immer noch:
 
 

Zuhören!











Manche Wahrheiten muß man gebetsmühlenartig wiederholen, damit sie auch jeder versteht. Daß es einige nicht tun, hört man jeden Tag auf den Kurzwellenbändern.

Ich versuche einmal, daß Pferd von hinten aufzuzäumen und beschreibe die besten Möglichkeiten, um garantiert

- nicht das DX zu arbeiten
- sich beliebt bei allen zu machen
- von jedem als der Depp angesehen zu werden.

Hier also die 10 Gebote des Anti-DXers (Aka lousy, unskilled, poor operator, LUPO):

- Rufe immer auf der Fequenz der DX-Station. Split-Betrieb ist nur was für Idioten, deren Signal nicht laut genug ist.
- Gebe Dein eigenes Rufzeichen mindestens viermal.
- Unbedingt die QSL-Info erfragen. Nicht im QSO, Du Depp. Auf der Frequenz natürlich.
- Immer nach dem Rufzeichen der DX-Station fragen. Auf der Frequenz natürlich.
- Can't hear it, can't work it? Unsinn, Tausende DX-Nets beweisen das Gegenteil. Rufen, rufen, rufen.
- Nicht auf das hören, was die DX-Station sagt. Ansagen wie "dwn 2" versteht eh' keiner
- Lautstark (PA nicht vergessen!) den anderen LUPOs mitteilen, daß sie LUPOs sind. Mindestens 1 Minute lang.
- PA unbedingt auf der DX-Frequenz abstimmen. 2 kHz weiter ist sie schon wieder fehlabgestimmt.
- Niemals QSK benutzen - wen interessiert schon, was die DX-Station erzählt.
- Beim QSO mit der DX-Station unbedingt folgendes erwähnen: Name, QTH, Wetter und Rig. Schwanzgröße nicht vergessen.

Wer bis hierhin gelesen hat, fühlt sicher mit mir: Es gibt sie, die LUPOS. Es gibt tatsächlich Schwachfunker, die fast alle 10 Gebote aufs peinlichste befolgen und den DXern das Leben schwer machen. Dennoch darf man sich nicht entmutigen lassen, denn es gibt Mittel und Wege, ihnen aus dem Weg zu gehen und manchmal kann man sogar von ihnen profitieren. Hierzu ein paar Tips, wie man auch mit kleiner Leistung und ohne Beams seltenes DX arbeiten kann. Habe ich das Wort "Zuhören" schon erwähnt? Bestes Beispiel hierzu war ZL9CI, wohl die herausragendste DX-Pedition der letzten Jahre. Die CW-OPs dort unten gaben kleine Hinweise auf die Splitfrequenz und jeder, der auch nur ein paar Minuten zuhörte, konnte genau wissen, wo sie hören und sie sofort arbeiten. Manchmal heisst "TU de ZL9CI 73" eben mehr als nur "Danke und schönen Gruß von ZL9CI". Hier zahlt sich das Zuhören sofort aus und der gläubige DXer wird mit einem QSO belohnt.

Und noch ein Beispiel in Sachen Zuhören: Weißt Du wirklich auf 10 Hz genau, auf welcher Frequenz Du sendest? Nein? Wie kannst Du erwarten, auf der *richtigen* Frequenz gehört zu werden? Zum Mitschreiben: Zero-Beat (Schwebungsnull) ist ein Geheimnis, das vielen, selbst einigen gestandenen DXern, immer noch verschlossen ist. Und dabei ist es so einfach. Der Mithörton eines jeden modernen Empfängers entspricht genau der Tonhöhe, die man sendet. Wenn man also im Splitbetrieb eine Gegenstation hört, die soeben das QSO mit der DX-Station gemacht hat, dann kann man sich auf 10 Hz genau auf diese Frequenz "einpfeifen". Glücklicherweise wissen das offensichtlich nicht allzuviele, weswegen man sich schön vorbeischleichen kann, sobald man herausgefunden hat, nach welchem Schema die DX-Station hört. Üblicherweise dreht ein guter Operator nach jedem QSO ein paar Hz am VFO. Und dadurch, daß eine DX-Station sich recht schnell auf einen engen Bereich einschießt, in dem seine Ohren am besten funktionieren, d.h. am selektivsten sind. 100 Hz sind da schon viel und die Spreu trennt sich sehr schnell vom Weizen. Schön, daß es immer noch LUPOs gibt, für die "Up 1" genau das heißt: TX ein kHz höher "parken" und rufen, rufen, rufen. Solche Leute mag ich am liebsten. Sie verursachen kein QRM auf der Frequenz der DX-Staion und man kann ganz in Ruhe herausfinden, nach welchem Pattern das DX hört. Ein Anruf, und das war's.