...kapieren einfach nicht, daß bestimmte Jobs nicht einfach dadurch zu besetzen sind, daß man eine Stellenanzeige nach dem 08/15-Prinzip schaltet, die dann so aussieht:
Ganz toll, liebe Kollegen!
Ihr sucht also für ein "führendes Technologieunternehmen" einen Linux-Admin. Klar, dem potentiellen Arbeitnehmer hat es schließlich egal zu sein, in welchem beruflichen Umfeld man sich befindet, ob
es nun Biotechnologie, ein Webhoster oder eine High-Tech-Brötchenrösterei ist. Weil, der Admin sitzt eh den ganzen Tag in seinem Cubicle und ihn hat es nicht zu interessieren, mit was der Laden
überhaupt sein Geld macht; persönliche Interessen für bestimmte Branchen sucht man bei Admins sowieso vergebens.
Und können muß er nicht nur Linux, nein, auch gerne Windows 2003, Oracle, auch noch Nagios und natürlich Solaris. Und Eure Telefonanlage soll er womöglich auch noch konfigurieren, der Sekretärin
ihr Internet reparieren und Scheffes letzte Powerpoint-Präsentation retten, die er versehentlich beim Surfen interessanter Seiten einem Trojaner übergeben hat.
Und natürlich muß er sozialkompetent sein, flexibel und selbstverständlich auch noch kundenorientiert.
Schon klar.
Eigentlich sollte Euch der Auftraggeber die Anzeige furchtbar um die Ohren hauen, sämtliche anderen Kunden über Eure Unprofessionalität informieren und dafür sorgen, daß Ihr möglichst schnell
pleite geht.
Kapiert Ihr eigentlich irgendwann einmal, daß es solche Kandidaten nicht gibt? Und wenn doch, dann gehen die unter der Hand weg wie frische Semmeln. Solche Leute gucken nicht auf irgendwelche
schicken, bunten, blinkenden Monsterportale, sondern die können sich aussuchen, wo sie arbeiten wollen. Die haben bestimmte Anforderungen an einen Job, in dem sie richtig gut sind und die möchten
sie sehen, bevor sie sich auf eine Stelle bewerben.
Ein vernünftiger Personalvermittler ist eine Schnittstelle zwischen dem Kunden und einem potentiellen Kandidaten. Banal, aber wahr. Eine Schnittstelle funktioniert aber nur dann, wenn sie die
Sprache beider Seiten versteht und die obige Stellenanzeige ist das perfekte Beispiel dafür, daß der Vermittler keine der beiden Seiten verstanden hat und somit gar nicht in der Lage ist, zwischen
beiden zu vermitteln.