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Donnerstag, 17. juli 2008
Ich scheine kein glückliches Händchen mit Handys zu haben. Mein erstes 6310i habe ich keine Woche nach dem Kauf verloren, irgendwann mitten in der Nacht auf einem Autobahn-Parkplatz. Da ich es damals aber als sehr cooles Handy schätzte, habe ich bei einem Aufenthalt in Abu Dhabi ein neues, gebrauchtes nachgekauft. Das hat mir auch gute Dienste geleistet, bis es irgendwann kaum noch Tastatureingaben annahm und ich es durch diverse andere Billighandys ersetzt habe. Ein Freund hat dann mit entsprechendem Werkzeug das Gerät geöffnet und die Kontakte gründlich gereinigt, so daß ich das 6310 mehr als 5 Jahre genutzt habe.

In der letzten Woche habe ich das Handy im Zug liegen lassen und eine Meldung beim Fundbüro der Bahn blieb leider erfolglos. Also Karte gesperrt und am nächsten Tag zum O2-Laden, um die eh anstehende Vertragsverlängerung auszunutzen und ein neues Handy zu holen. Folgende Eigenschaften sollte es haben:

  • UMTS
  • WLAN
  • GPS
  • gute Kamera
  • gute Video-Aufnahmen
  • Linux-Kompatibilität
Da gab es nicht viele Alternativen zum N95 und 50 EUR Zuzahlung waren auch mehr als OK.

Ich habe es nicht bereut: Das Teil ist schon sehr Klasse und die Kinderkrankheiten, über die man im Netz viel nachlesen kann, scheinen mit der letzten Revision der Firmware auch ausgemerzt worden zu sein. Für jemanden wie mich, der noch nie ein Smartphone besaß und ein Handy ausschließlich als Telofonierteil ansah, ist die erste Bekanntschaft mit dem N95 schon eine recht spannende Sache. Wenn man sich erst einmal in das Bedienkonzept des S60-Software hineingedacht hat, dann ist es erstaunlich, wie leicht es ist, die vorhandenen Applikationen einzusetzen und das Telefon als solches zu nutzen. Gottseidank hatte ich ein paar Tage vor dem Verlust des 6310i noch eine Sicherung der Kontakte über KMobiletools angelegt, so daß ich diese Daten sofort nutzen konnte.

Telefonieren:

Was mich wirklich umgehauen hat, ist die Sprachqualität des Handys; deutlich besser als die jedes anderen Handys, das ich jemals in der Hand hatte. Glasklare Sprachübertragung ohne jegliche Digitalartefakte und als Bonbon die Möglichkeit, einen normalen Kopfhörer an die 3,5 mm Klinke anzuschließen und das Mikro des Handys zu nutzen. Ansonsten die übliche Benutzerführung zur Auswahl der Kontakte. Es gibt auch Klingeltöne, die nicht wirklich ganz furchtbar sind und wenn man ein Profil wählt, bei dem zuerst das Handy vibriert und dann der Klingelton langsam lauter wird, ist es sogar einigermaßen umweltverträglich.

Internet:

Nutze ich derzeit ausschließlich über WLAN, aber ich werde wohl mal die Flatrate für 3 Monate testen. Konnektivität über WLAN ist kindereinfach: Access-Point suchen, WPA-Schüssel eingeben, speichern und schon ist man drin. Der Browser ist sehr gut nutzbar, wenn man mal das Bedienkonzept über die Tastatur verstanden hat. Umschalten zwischen Hoch- und Querformat ist bei manchen Webseiten recht praktisch und Youtube-Videos sind tatsächlich durchaus ansehbar.

SSH ohne richtige Tastatur ist allerdings albern, weswegen ich Putty erst gar nicht installiert habe. Allerdings gibt es eine zusammenfaltbare Bluetooth-Tastatur und das könnte dann tatsächlich recht nett sein. Mal sehen.

GPS:

Das war für mich einer der ausschlaggebenden Gründe, mir dieses Handy zuzulegen und ich muß sagen: Ich bin beeindruckt. Ich wußte, daß man es nicht vergleichen kann mit einem vollwertigen Navigationsgerät, aber beim Spazierengehen ist es doch eine recht nette Sache. Allerdings ohne Internet  noch nicht richtig praktisch nutzbar, zumindest habe ich noch keinen Weg gefunden, bestimmte Kartenausschnitte vorher zu laden, so daß man unterwegs kein Netz mehr benötigt. Nun gut, Datenflatrate ist wohl wirklich ein Muß.

Konnektivität:

GPRS, GSM, UMTS, Bluetooth, WLAN, Infrarot. Mehr braucht man nicht.

Linux-Kompatibilität:

Die schlechte Nachricht vorweg: Etwas vergleichbares zur Nokia PC-Suite gibt es unter Linux nicht, auch gnokii und Konsorten tun nicht; es gibt grundsätzliche Connect-Probleme, egal ob via Bluetooth oder USB-Kabel.

Was geht trotzdem:
  • Memorycard als Speichermedium via USB
  • GPS via Bluetooth
  • Zugriff auf Kontakte und Termine
  • Zugriff auf Kamera (Video und Standbild)
Die letzten beiden Sachen sind eher aufwendig.



Zum Zugriff auf Kontaktdaten (können nicht geändert werden) und Termine beötigt man einen Webserver. Jawohl, einen richtigen Apachen und zwar auf dem Handy:

Nokia Mobile Web Server

Das Wiki ist recht gut geschrieben und die Dokumentation ausgzeichnet. Hilfe gibt's direkt vom Entwickler in den entsprechenden Nokia Diskussionsforen. Wenn man den Server ausschließlich für den lokalen Zugriff über WLAN konfiguriert, dann ist es auch von der Geschwindigkeit her brauchbar; über Internet nur dann, wenn man tatsächlich einigermaßen Upload-Bandbreite hat.

Cooles Gadget: Kamera ferngesteuert auslösen



Zugriff auf die Kamera funktioniert auch und zwar über einen auf dem Rechner/Notebook installierten Apache im lokalen Netz:

Movino Website


Zunächst muß man die entsprechende Applikation auf dem N95 installieren, dann noch einen Video-Server auf dem lokalen Rechner kompilieren und installieren. Die Einstellungen sind praktisch selbsterklärend, wobei man sich überlegen muß, ob man dem Handy tatsächlich noch ein MPEG-Encoding zumuten sollte. Die besten Ergebnisse habe ich mit dem unkomprimierten Video-Signal erreicht, aber egal in welcher Größe, ohne Ruckeln geht's nicht. Hübsch ist die Möglichkeit, beide im Handy integrierten Kameras zu nutzen. Das Abspielen geht einfach via mplayer oder vlc.



GPS läßt sich ebenfalls über Linux nutzen. Dazu benötigt man eine entsprechende Applikation auf dem Handy:

ExtGPS

Danach stehen bei entsprechender Bluetooth-Konfiguration die NMEA-Rohdaten auf /dev/rfcomm1 zur Verfügung. Wer sich den Luxus von Google Earth Pro geleistet hat, kann jetzt das N95 als externes Device nutzen.



Fazit:

Doch, ich bin sehr angetan von dem Teil. Man kann sicherlich noch eine ganze Menge hübscher Sachen damit machen, aber einen richtigen Rechner kann es natürlich nicht ersetzen. Aber um unterwegs mal ein paar Webseiten zu lesen oder seinen Standort zu bestimmen, das ist schon OK. Allerdings ist die Batterielaufzeit recht bescheiden; das Nachfolgemodell hat einen deutich größeren Akku, ist allerdings dafür auch nicht mit einem separaten Micro-SD-Slot ausgerichtet und verzichtet ganz auf die Abdeckung der Kamerablende.

Hier noch ein paar hübsche Applikationen, die ich ganz hilfreich finde:

OGG-Player

Geocaching-Applikation


Opera-Mini
von DF5JT - veröffentlicht in: Nokia N95
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Dienstag, 1. juli 2008
Man kennt das ja als alter Linux-Fritze: Distributionen sollte man sich zumindest mal angeschaut haben, um mitreden zu können, also gesagt, getan und das ultimative Tux 2008 heruntergeladen, gebrannt, gebootet, installiert:

http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyId=13C7300E-935C-415A-A79C-538E933D5424&displaylang=en

Schöne Installationsroutine, ein wenig an ein pastellines SuSE erinnernd, in der Einfachheit und Klarheit an Mandriva angelehnt und mindestens so aufgeräumt wie Ubuntu. Nach dem ersten Booten folgte dann die Ernüchterung: Das Redmond-Tux bringt eine eigene Version von GRUB mit, die es leider versäumt, die ursprüngliche menu.lst zu ergänzen. Stattdessen bootet das Redmonder Tux ohne Zögern zum zweiten Mal (warum, sagte es nicht). Na gut. Irgendeine andere Boot-CD genommen, chroot in meine Hauptdistribution, grub-install /dev/sda und gut war.

VistaX meckerte dann wegen eines angeblich zu langen oder zu kurzen oder zu unkryptischen Passwortes, aber gut, man will ja sicher sein.

Die zweite Ernüchterung: Die Kerneltreiber scheinen recht minimal gehalten zu sein, vermutlich hat man seit der Umstellung von Apple und Dirk Hohndels Engagement für Open Source keinen Bock mehr, Intel sinnvoll zu unterstützen, denn meine 945GM wurde nicht erkannt, lediglich 1280x1024 VESA wurde mir angeboten. Ein "modprobe intel" half nix und irgendwie scheinen sie auch die bash kaputtgemacht zu haben, denn das mit der History war dann auch nix. Pfeil rauf: Ja, Pfeil runter und nix passierte. Ctrl-A, Ctrl-K zeigten auch keine Wirkung.

Wie soll man mit sowas einen Server administrieren?

Egal, also wenigstens will ich jetzt den neuen KDE 5.0 ausprobieren, die Distribution hat ja alle Komponenten der Consumer-Distribution VistaX dabei. Also mit Konq^WExplorer auf die Intel-Webseite (nach 15 Minuten Herumsuchen auf der Seite des Distributionsanbieters ohne daß mir ein einziger Treiber angeboten wurde) und dort nach einem Grafikkarten-Treiber gesucht. Leider kam ich nur bis zur Startseite, auf der ich aussuchen sollte, in welcher Region ich mich befinde. Leider ohne "Go-Button". Navigation unmöglich. Hm, die Liebe zwischen Intel und MicroTuX scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen.

Also einen neuen Browser aus dem Repository versucht zu installieren und dann gemerkt, daß das Konzept Paketmanagement bei dieser Distribution wenig ausgereift ist, so daß ich also im 3. Anlauf auf der Startseite der Defaultsuchmaschine nach Firefox fündig wurde. Nur 5 Mal Sicherheitshinweise wegclicken (Superkonzept: Die Downloads von Mozilla sind im Round Robin konzipiert, so daß ich vielleicht Glück hatte, schon beim 5. Mal den Download starten zu dürfen) und schon durfte ich noch 5 weiter Male UAC spielen und endlich einen brauchbaren Browser benutzen.

Damit ging dann auch die Intel Webseite und mann mußte nur einmal booten, 10 mal clicken und schon war der neue Grafikkartentreiber installiert. Warum der Distributor Ctrl-Alt-Backspace deaktiviert hat, erschließt sich mir nicht, aber es werden wohl Sicherheitsgründe sein.

Ansonsten alles wie bei den üblichen Linux-Distributionen: Hardware weitestgehend erkannt, bis auf WLAN natürlich, schließlich ist eine 3945ABG ebenfalls von Intel. Nun gut, ich hatte ja schon zur Inbetriebnahme des Grafikkartentreibers ein CAT5-Kabel am Router, hätte aber schon erwartet, daß so etwas funktioniert, weil die WLAN-LED die ganze Zeit an war. Ich habe mich zwar gefragt, wie die Distribution an mein WPA-Passwort gekommen ist, aber wer weiß, was die da für Hacker haben.

Ooops, das muß man extra Nachinstallieren, als "Feature", so wie Themes auch Features sind. Und Themes will ich. Ich will endlich MicroCompiz in Aktion sehen.

Hm, eigentlich recht ernüchternd. Ein paar Farben zur Auswahl, genau ein cooles Meta-Tab-Programm-Umschaltdingsi, das man noch nicht einmal kreisförmig anordnen kann. Warum die den Krempel selsbt programmiert haben und dafür 5 Jahre brauchten, anstatt einfach das richtige Compiz zu nehmen?

Und warum die einem nicht mehr als 1 Desktop zur Verfügung stellen, verstehe ich auch nicht. Obwohl: Liegt wohl daran, daß es die Server-Edition ist und wer braucht bei einem Server schon mehrere Desktops.

Und nun ist Schluß mit lustig, denn die Partition auf der ich VistaX installiert habe ist 12 GB groß und jetzt sind nur noch 64 MB frei (Hätte ich vielleicht doch nicht die Services for Unix installieren sollen?) und VistaX meckert alle 3 Minuten in den höchsten Tönen der Verzeiflung, daß gleich der Super GAU eintritt. OK, ich habe mich überzeugen lassen. Morgen installiere ich mal Plan 9 oder sowas, das wird hoffentlich mit 12 GB auskommen.

Fazit:

* Schlichte Optik
* Mangelnde Hardwareunterstützung für Intel
* WLAN muß per Netz nachinstalliert werden
* Wenig festplattenschonend (Speicherplatz)
* Wenig festplattenschonend (Dauergerödel)
* Beschissenes Paketmanagement
* Unbrauchbare bash
* Keine ssh an Bord
* Das Konzept von UTC und NTP hat man dort immer noch nicht verstanden
* Copy & Paste mit Markieren und mittlerer Maustaste geht nicht

VistaX aus dem Hause MicroSuX ist eine stabile, schnelle Distribution, wie man es von jedem kostenlosenLinux erwarten darf, aber Geld dafür bezahlen würde ich nicht.

Mach' ich auch nicht.
von DF5JT - veröffentlicht in: Rants And Diatribes
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Donnerstag, 5. juni 2008
Seit Jahren gibt es das geflügelte Wort "Das Jahr 200X wird das jahr des Linux-Desktop" und sei Jahren entpuppt es sich als verfrüht.

Seit einem Jahr jedoch, vielleicht sogar noch ein bißchen weniger, drängen Hardwarehersteller ultramobiler Geräte auf die Märkte und sie nutzen Linux. Nicht unbedingt das Linux, das man von Schrauben unter /etc und einem Texteditor her kennt, sondern vielgestaltigen Benutzeroberflächen, die auf das Gerät und dessen Einsatz zugeschnitten ist.

Für den durchschnittlichen User hat das benutzte OS keinen negativen Einfluß auf seine Kaufentscheidung, meistens möchte er eine bestimmte Funktionalität, die seiner Idealvorstellung bester Ausnutzung der Hardware nahekommt. Ob das nun mit Symbian OS, WinCE, Qtopia, iPhone oder irgendeiner anderen Herstellerkreation passiert, ist dem Nutzer egal. Er möchte, daß sein Teil bestimmte Aufgaben möglichst bequem erledigt, wennmöglich auch noch schnell, intuitiv bedienbar und idealerweise sogar elegant. Kein Betriebssystem für diese ultramobilen Devices hat in dieser Hinsicht ein Alleinstellungsmerkmal; jedes OS, jede Nutzeroberfläche tut das, was sie tun soll, mehr oder weniger erfolgreich.

Linux hat hier den unschätzbaren Vorteil, kostenlos zu sein. Bei einer gewissen angepielten Anzahl von verkauften Geräten hat der Proprietär-Hersteller des Geräte-OS eine große Freude an den Einnahmen der Lizenzen. In der Masse gesehen spielt das für einen Gerätehersteller, der mit engen Margen an einem heiß umkämpften Markt kalkulieren muß, inzwischen eine entscheidende Rolle. Nicht nur die Verfügbarkeit kostenloser Lizenzen, sondern das Kalkül, einen Großteil seiner Entwicklungsabteilung umräumen zu können. Diese können nun, ohne auf einen bestimmten OS-Hersteller angewiesen zu sein, das OS auf die Hardware zuschneidern, optimieren und anpassen.

Genau das ist in den letzten Monaten passiert. Es gibt inzwischen eine riesige Anzahl an "Linux-Distributionen", die an eine bestimmte Hardware angepasst wurden und für die es eine eigene Benutzeroberfläche gibt, die nicht dem traditionellen KDE/Gnome-Desktop entlehnt sind. EeePC, OLPC, PDAs und Google-Android ist nicht mehr fern.

In ein paar Jahren werden diese ultramobilen HighTech-Rechner den gängigen Desktop verdrängt haben. Man wird zwar auch weiterhin gerne mal einen Brief mit einer gescheiten Tastatur schreiben, aber dazu legt man das Ding einfach an einen Arbeitplatz, der Tastatur, Bildschirm, Maus hat und per Super-WLAN mit dem Allrounder verbunden ist. Der kann aber auch mit ins Wohnzimmer genommen werden, dort die Spielkonsole und den DVD-Player ersetzen. Telefonieren kann das Teil auch, Notizen, Videos, Bilder, Präsentationen erstellen, Mailen, Chatten, Filmchen gucken. Die Dinger werden modular sein, sich dem entsprechenden Einsatzzweck und -ort anpassen, vernetzt sein, kabellos Strom aus komischen Energiequellen beziehen und den Menschen in seinem kommunikativen Leben begleiten.

Und auf diesen zukünftigen Super-Hightech-Superpersonal-Computern wird Linux laufen. Und das wird dann das Jahrzehnt des Linux-Desktops.
von DF5JT - veröffentlicht in: Linux
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Sonntag, 25. mai 2008
Schreibt man den so? Oder doch ohne Bindestrich?

Egal.

Schrott ist eine Silbe; man benötigt keinen Bindestrich und die Charakterisierung könnte nicht treffender sein.

Ich bin nun lang genug unterwegs gewesen in Sachen Klavier, um zu wissen, ob ein Pianist den Namen verdient, oder ob er ein Blender ist, auf dessen Zug irgendeine Schallplattengesellschaft in Kombination mit einer richtig guten PR-Agentur aufgesprungen ist und den Hype erzeugt, den man braucht, um erfolgreich zu sein.

Ich habe kürzlich einen Experten interviewt und dabei auch ein paar Fragen zu diesem Klavierspieler gestellt. Auzüge dieses Interviews:

Q: Wie groß ist iste der Neidfaktor bei der Beurteilung von Lang-Lang?

A: Unfassbar groß. Unsereins kann sich nicht einfach Schlitzaugen anoperieren lassen und eine Hautfarbenveränderung durchführen, um den Neuen Markt China zu erobern. Da kommt schon Frust und Neid auf, wenn man sich rassistisch benachteiligt sieht.

Q: Aber er muß doch ein Genie sein, wenn alle großen Dirigenten ihn als Solisten engagieren.

A: Zweifellos ein Genie.

Unsereins setzt sich hin, studiert die Partitur, hört sich die Aufnahmen an, die der Komponist von diesem Stück selbst eingespielt hat, versucht eine Balance zu finden zwischen dem, was der Dirigent aus der Partitur liest und was man selbst einbringen möchte. Das Resultat ist altbacken und wenig genial; hingegen Lang-Lang, der schert sich einen Dreck um die Partitur, lächelt dem Dirigenten freundlich zu und spielt Karate-Prokofiev. Schon genial, oder?

Q: Möchten Sie auch einmal so Klavier spielen können?
A: Nein.





von DF5JT - veröffentlicht in: Musik
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Samstag, 24. mai 2008
I worked as Igor Zhukov's manager between 1994 and 1999 and I have had the pleasure of attending most of his concerts during that time. Some of the venues and orchestras included:

  • Cologne Philharmonic Hall
  • Munich Herkulessaal
  • Hamburg Musikhalle
  • Düsseldorf Tonhalle
  • Stuttgart Liederhalle
  • London Wigmore Hall
  • Chicago Symphony Hall
  • Detroit Symphony Orchestra
  • Los Angeles Philharmonic Orchestra
  • Stuttgart Philharmonic Orchestra

Some of these concerts have been recorded by myself and I intend to give these recordings a permanent home.

I will create a subpage on this blog that will hold links to files that I will host on my own server and you can reach this page under this address.
von DF5JT - veröffentlicht in: Igor Zhukov
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Donnerstag, 22. mai 2008
... machen einfach nur Spaß.

Gestern hatte ich einen Termin bei einem meiner Kunden, der derzeit massiven Bedarf an Linux-Leuten hat. Üblicherweise bekommt man bei solchen Terminen nur den Personalchef zu sehen, der einem wohlformulierte Stellenausschreibungen (siehe Link) überreicht, einem noch was erzählt, wie die Betriebsrentenregelung und der Urlaubsanspruch aussieht und vielleicht noch eine klare Ansage darüber macht, was ein potentieller Kandidate verdienen kann.

Gestern aber war's einfach nur spaßig: Zwei Abteilungsleiter, die mir erklärt haben, an welchen Projekten derzeit gearbeitet wird (IPTV, VoIP, Clustering und noch ein paar andere, sehr lustige Sachen), wie man einen Kollegen langfristig aufbaut und dessen Kenntnisse erweitert, welche Perspektiven jemand im Unternehmen hat. Denen war der Lebenslauf eines Kandidaten recht egal, Hauptsache, er hat was drauf, ist mit Leidenschaft bei der Sache, kann sich mit Begeisterung auf neues einschießen und sieht Linux als das genialste Ding seit der Erfindung des geschnittenen Brotes.

Arbeitsplatz: "Hey, uns ist egal, wie die sich ihren Rechner einrichten. Die bekommen einen High-End-Rechner, zwei Monitore und sollen sich ihr Betriebssystem und ihre Applikationen so einrichten, wie sie es für richtig halten. Wenn sie das nicht können oder wollen, dann sind sie sowieso am falschen Platz gelandet. VLAN mit restriktiven Zugriffsrechten für interne Services, aber ansonsten völlige Freiheit."

Experten: "Wir ziehen uns unsere Consultants selbst heran, weil wir keine Lust haben, einen externen einzukaufen, der erst mal zwei Monate braucht, um unsere Strukturen kennenzulernen, bevor er sich an die Arbeit macht. Wenn wir merken, daß jemand in einem Fachgebiet einfach abgrundtief viel drauf hat, dann fördern wir das. Kurse, Zertifizierungen, eigene Projekte, Hardware. Egal, hauptsache, der ist richtig gut und wandert nicht so schnell ab."

Kommunikation: "Bei uns kann es passieren, daß der Vorstand mit einem Azubi am Kaffeeautomaten eine halbe Stunde festhängt und sich über Rollenspiele unterhält."

Hmm, ja, könnte mir vorstellen, daß es Spaß macht, dort zu arbeiten. Keine Kleiderordnung und Teamleiter, die wissen, daß manche Linuxleute leicht wunderlich sein können. Und dann auch noch eine Spielwiese von 40.000 Servern.

Ja, ich glaube, auf dem Linux-Tag werde ich den einen oder anderen dafür begeistern können, dort zu arbeiten.
von DF5JT - veröffentlicht in: Open Source Jobs
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Donnerstag, 22. mai 2008
...kapieren einfach nicht, daß bestimmte Jobs nicht einfach dadurch zu besetzen sind, daß man eine Stellenanzeige nach dem 08/15-Prinzip schaltet, die dann so aussieht:



Ganz toll, liebe Kollegen!

Ihr sucht also für ein "führendes Technologieunternehmen" einen Linux-Admin. Klar, dem potentiellen Arbeitnehmer hat es schließlich egal zu sein, in welchem beruflichen Umfeld man sich befindet, ob es nun Biotechnologie, ein Webhoster oder eine High-Tech-Brötchenrösterei ist. Weil, der Admin sitzt eh den ganzen Tag in seinem Cubicle und ihn hat es nicht zu interessieren, mit was der Laden überhaupt sein Geld macht; persönliche Interessen für bestimmte Branchen sucht man bei Admins sowieso vergebens.

Und können muß er nicht nur Linux, nein, auch gerne Windows 2003, Oracle, auch noch Nagios und natürlich Solaris. Und Eure Telefonanlage soll er womöglich auch noch konfigurieren, der Sekretärin ihr Internet reparieren und Scheffes letzte Powerpoint-Präsentation retten, die er versehentlich beim Surfen interessanter Seiten einem Trojaner übergeben hat.

Und natürlich muß er sozialkompetent sein, flexibel und selbstverständlich auch noch kundenorientiert.

Schon klar.

Eigentlich sollte Euch der Auftraggeber die Anzeige  furchtbar um die Ohren hauen, sämtliche anderen Kunden über Eure Unprofessionalität informieren und dafür sorgen, daß Ihr möglichst schnell pleite geht.

Kapiert Ihr eigentlich irgendwann einmal, daß es solche Kandidaten nicht gibt? Und wenn doch, dann gehen die unter der Hand weg wie frische Semmeln. Solche Leute gucken nicht auf irgendwelche schicken, bunten, blinkenden Monsterportale, sondern die können sich aussuchen, wo sie arbeiten wollen. Die haben bestimmte Anforderungen an einen Job, in dem sie richtig gut sind und die möchten sie sehen, bevor sie sich auf eine Stelle bewerben.

Ein vernünftiger Personalvermittler ist eine Schnittstelle zwischen dem Kunden und einem potentiellen Kandidaten. Banal, aber wahr. Eine Schnittstelle funktioniert aber nur dann, wenn sie die Sprache beider Seiten versteht und die obige Stellenanzeige ist das perfekte Beispiel dafür, daß der Vermittler keine der beiden Seiten verstanden hat und somit gar nicht in der Lage ist, zwischen beiden zu vermitteln.


von DF5JT - veröffentlicht in: Open Source Jobs
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Samstag, 10. mai 2008
Es gibt wohl kaum eine Linux-Distribution, die derartig in den Medien gepusht worde ist wie Ubuntu und dessen Untervarianten. Schade eigentlich, denn dadurch sind andere Distributionen in den Medien unterrepräsentiert und bekommen nicht die Aufmerksamkeit, die sie meiner Meinung nach durchaus verdient hätten.

Konkret spreche ich von Mandriva, das ich seit 8 Monaten benutze, nachdem ich in den letzten Jahren alles mögliche probiert habe; angefangen von SuSE über Gentoo, RedHat, Fedora und auch Ubuntu. Zeitgleich mit Ubuntus 8.04 ist Mandriva Spring 2008.1 veröffentlich worden und kann jedem empfohlen werden, der eine schnelle und problemlose Distribution einfach mal probieren möchte.

Für den Anfänger halte ich Mandriva für eine fabelhaft Möglichkeit, Linux kennenzulernen, ohne sich gleich in den Wilden Weiten der Kommandozeile, Howtos und RTFMs zu verirren. Neben SuSE ist Mandriva die einzige Distribution, die ein eigenes Tool zur vollständigen Systemverwaltung mitbringt. Hier kann man wirklich alles konfigurieren, von Displayeinstellungen über Firewall, Systemdienste starten und stoppen, Netzwerk, Hardware bis hin natürlich zur Softwareverwaltung. Nebenher noch rattenschnell, was im Vergleich zur SuSE schon extrem auffällig ist.

Ich habe die community unter forum.mandriva.com sehr schätzen gelernt, weil man schnell und problemlos Hilfe bekommt, da das Forum auch von den Entwicklern gelesen wird.
von DF5JT - veröffentlicht in: Linux
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Samstag, 10. mai 2008
Youtube hat ja dann doch manchmal ein paar Sachen, die man über die üblichen Vertriebswege sonst nicht zu Gesicht bekommen würde. Kürzlich habe ich das Video eines jungen Pianisten entdeckt, der die atemberaubende Horowitz-Transkription der Liszt-Transkription von Saint-Saens "Danse Macabre" wirklich atemberaubend gespielt hat. Nein, nicht Volodos; den habe ich damit zwar in Berlin gehört, aber das wohl nicht einer seiner besten Tage.

Der Junge heißt Misha Dacic (gesprochen Dazitsch), stammt aus Serbien, war 5 Jahre lang Schüler von Lazar Berman in Imola und lebt nun in Miami.




Was mich schon sehr beeindruckt hat, ist seine Haltung am Klavier. Kein Unnötiges Herumfuchteln, recht niedriges Handgelenk, völlig entspannter Oberkörper und in jeder Situation die völlige Kontrolle.

Man könnte meinen, er hätte György Sándors Buch "On Piano Playing" jahrelang unter dem Kopfkissen gehabt.
von DF5JT - veröffentlicht in: Musik
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Samstag, 10. mai 2008
Ich bin jetzt seit fast 15 Jahren im Usenet dabei und habe die Entwicklung somit recht lange verolgt und war auch derjenige, der die Überführung der ursprünglichen Gruppe de.comm.ham in de.comm.funk.amateur und de.comm.funk.vereine im Rahmen eines recht langwierigen Verfahrens durchgezogen hat.

Was geblieben ist, ist die Ernüchterung darüber, daß das Usenet ein offensichtlich höchst ungeeignetes Medium zur Diskussion über den Amateurfunk ist. Um so mehr ist es geeignet, psychosoziale Studien durchzuführen, um bestimmte Archetypen zu definieren.

Mittlerweile lese ich die deutschsprachigen Amateurfunkgruppen im Modus der Sportart "Extrem-Filtering"; üblicherweise fallen somit ca. 80% der Beiträge durch meinen Filter, weil ich echt keine Lust mehr darauf habe, Denunziantenschweine, Psychopathen, Lügner, anonyme Spinner und ahnungslose Idioten zu lesen.

Ich nutze einen altmodischen, rein textbasierten Konsolen-Newsreader (tin), da sieht man schön beim Aufrufen der Newsgroup die Anzahl der neuen Artikel und beim Auswählen der Newsgroup kommen inzwischen nur noch 1-2 Artikel pro Tag rein und die stammen fast ausnahmslos von Schreiberlingen, die ich auch regelmäßig auf dem Band höre.

Es ist schon erstaunlich, daß ausgerechnet Funkamateure, die eigentlich mit modernsten Kommunikationsmittel vertraut sein sollten, dieses Medium ausschließlich als Selbstdarstellungswerkzeug und zum Austragen öffentlicher Prügeleien nutzen.
von Peter Lemken - veröffentlicht in: Amateurfunk
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